Tagessplitter am 21. Januar

 

Guten Morgen liebe Welt,
als erstes bemerkte ich heute das der doch so glorreiche Januar 2026 in zehn Tagen schon wieder Geschichte ist. Wie rastlos ist denn nun die verdammte Zeit. Gerade erst begonnen und schon wieder bald dem Ende geweiht. Da fällt mir zu diesem Thema doch gleich ein Gedicht von mir ein, was dies alles wieder spiegelt.

Wimpernschlag der Zeit

Als ich mal kurz nach oben sah,
war der Sommer nicht mehr da.
War ein Leben, dass ich noch gestern führte,
welches mir heute nicht mehr gehörte.

Der Wimpernschlag ist nur ein Augenblick
als Ausdruck von vergangenem Glück.
Was ich gestern noch als schön befand,
Ist heute verschwunden irgendwo im Land.

Was ich unbedingt zum Leben brauch,
ist irgendwann nur noch Schall und Rauch.
Deshalb gehe ich jetzt auf anderen Wegen
verlorenes Glück neu zu erstreben.

Wie zeitlos ist doch die verdammte Zeit,
gedankenlos in die Vergangenheit.
Selbst was ich gestern noch als Glück empfand,
dem bin ich heute nur davon gerannt.

© Jürgen Rüstau

Am nächsten Dienstag kann wieder jeder ein Drabble mit 100 Wörtern zu einem Bild von mir bearbeitet, schreiben. Heute noch stark verkleinert, zeige ich es am kommenden Wochenende in voller Größe.

Viel Spaß mit diesem Drabble, welches dann ab Wochenende in die Kommentare eingefügt werden kann.

Ein Drabble mit exakt 500 Wörtern 

Die Maus ist raus?

Ich schlief unruhig, mein Geist wanderte durch eine Welt voller Mäuse und Träume. Wo war ich? Meine Hand ertastete meine warme, aber leichte Daunendecke. Ich lag also in meinem Bett, im Schlafanzug, was mir bestätigte, dass ich zu Hause war. Meine Augen öffneten sich vorsichtig. Nichts. Dunkelheit um mich rum. Ich hörte die Maus nun auch rascheln und sich flink durch meine Bettdecke herum obern. Ich hörte sie aber ich sah sie nicht. Das brachte wiederum das eigentlich schlafende Hirn zu plötzlichen Hochleistungen. Meine Hand tastete nach dem Schalter an meiner Nachttischlampe. Klick. Die Lampe war an und erhellte innerhalb von Sekunden mein Schlafzimmer in einen gelblichen Schein.
Was ich jedoch glaubte zu sehen war Nichts.
Ich sah das Bett, mich etwas hilflos eingepackt wie eine Mumie im Winter. Sonst nichts. Nur Schlafzimmer ohne etwaige Mäuse, ich schlaflos, das Gehirn hellwach. Soviel ich mir nun auch die kleine Maus wünschte, wahrscheinlich um meinen Gehirn eine Erfolgsmeldung zu präsentieren machte ich nun selbst mit meiner modulierten Stimme Fiepgeräusche um die etwaige andere Maus stimmlich aus der Reserve zu locken. Alle Bemühungen waren umsonst und ich duselte so langsam wieder ein. Der beginnende Schlafrhythmus brachte dann auch ganz schnell das Krabbeln und fiepen in mein Bett zurück, was mich zunehmend nervös machte. Besser gesagt, die Maus hatte mich, besser gesagt mein Gehirn, im Griff. Ich hatte in meinem Bett Mausbefall.
Was sollte ich nun tun. Die Maus war unwiederbringlich in meinem Traum angekommen. Ich hörte ihr Knabbern an Brot und Käse, spürte ihre flüchtige Berührung und zuckte nicht einmal weg.
Ich sah, wie die Träume die Stadt veränderten. Häuser wurden zu Palästen, und die Straßen wurden zu güldenen Flüssen. Die Menschen, die die Träume berührten, lächelten und wurden glücklich.
Ich erwachte wieder, mein Herz voller Freude. Ich wusste, dass ich in einer Welt lebte, in der Träume real waren und Mäuse Magie besaßen. Ich lächelte, schloss die Augen und wartete auf den nächsten Traum.
Die Nacht war lang, und ich träumte viele Träume. Ich war ein Vogel, ein Mäuschen, ein König. Ich flog durch die Luft, ich tanzte auf den Wolken, und ich regierte ein Königreich aus Zucker und Maiskörner.
Als der Morgen kam, erwachte ich müde, aber glücklich. Ich wusste, dass die Mäuse noch immer da waren, in meinen Träumen und in meinem Herzen. Und ich wusste, dass ich immer wieder in ihre Welt zurückkehren würde, um Magie und Wunder zu finden.
Ich hatte meinen Traum gefunden, war glücklich damit, schlief ein und träumte drei Tage und Nächte diesen Traum aller Träume.
Als der Morgen kam, erwachte ich müde, aber glücklich. Ich wusste, dass die Mäuse noch immer da waren, in meinen Träumen und in meinem Herzen. Und ich wusste, dass ich immer wieder in ihre Welt zurückkehren würde, um Magie und Wunder zu finden.
Ich stand auf, zog mich an und ging in die Küche. Als ich die Tür öffnete, sah ich ein Mäuschen auf dem Tisch sitzen. Es lächelte mich an und sagte: „Guten Morgen. Ich habe dich erwartet.“

© Jürgen Rüstau

Mittagessen am heutigen Tag:

Bratkartoffeln mit Spinat und gebackenen Brie Käse und Gurken-Tomaten-Salat

 

Frühlingserwachen im Winter

Guten Morgen Welt,

ein strahlender Sonnenschein blieb heute morgen an meinem Blicken haften. Die Sonne strahlte mit mir um die Wette und ließ das weit entfernte Frühjahr schon einmal erstrahlen. Ein Gang auf meinen Balkon brachte mich sehr schnell wieder in die Realität zurück. Mich fröstelte, denn draußen zeigte das Thermometer -3° C an. Die Sonne gaukelte uns warmes Wetter vor, aber vor uns lagen noch der Januar und der eiskalte Februar, wo uns der Winter noch mit sehr viel Kälte und Schnee begrüßen kann. Man muss sich noch ein wenig gedulden. Alles eben zu seiner Zeit.
Ich machte mir einen Kaffee, bestrich mir ein Marmeladen Brötchen und genoß den Winter in meinem warmen Wohnzimmer…
Allen einen wunderschönen Tagbeginn.

Elfchen zum Dienstag:

„Wärme
ist relativ
aber habe ich
in meinem Zimmer auch
Herzenswärme!“

Für viel  Herzenswärme einen „Original Rüdesheimer Kaffee“


Rüdesheimer Kaffee


Rüdesheimer Kaffee ist ein Klassiker der deutschen Kaffeekultur. Er bietet eine wunderbar wärmende Kombination aus Kaffee, Weinbrand und Sahne. Er ist perfekt für kalte Tage oder als Highlight bei besonderen Anlässen! In diesem Beitrag erfahrt Ihr alles, was Ihr für die Zubereitung des Rüdesheimer Kaffee Rezepts wissen müsst.

Das Rezept für Rüdesheimer Kaffee wurde in den 1950er Jahren von dem Rüdesheimer Hotelier und Weinhändler Hans Karl Adam im Auftrag der Firma Asbach entwickelt – was auch den Asbach Uralt als Zutat des Originalrezepts erklärt. Das heiße Kaffeegetränk ist heute fester Bestandteil der lokalen Gastronomie und eine beliebte Spezialität für Touristen, die die malerische Region am Rhein besuchen. Die Kombination aus herbem, bitterem Kaffee, süßem, karamellisiertem Zucker, cremiger Sahne und Weinbrand sorgt für ein feines Geschmackserlebnis, das den Kaffee weit über die Region hinaus bekannt gemacht hat. Eine ebenfalls sehr feine Alternative ist der Pharisäer Kaffee.

…und zum Mittagessen gab es:

Hähnchen Keule mit frischem Rosenkohl und Kartoffel Wedges.

Euch auch einen guten Appetit!

Erinnerungen

Für alle, die das café esprit in Taucha nicht erlebt haben. Kurz einmal in die Kugel geschaut und Erinnerungen hervor gekramt. Das gemütliche café esprit gab es in Taucha zwölf Jahre, von 2005 bis 2017. Viele Gäste aus Show, Sport und Politik präsentierten sich auf der kleinen Bühne im Café. Sie gaben sich in diesem Jahren die Klinke in die Hand. So spielten hier auch viele Bands, wie „Karussell“, Mike Kilian und Band, Four Roses, Eisenheinrich und viele andere Bands. Denn jeden Freitag war Musikcafé Zeit. Aber auch viele Künstler wie Dagmar Frederic, Gaby Rückert & Ingo Koster, Regina Thoss, Katy Karrenbauer, Tobias Künzel, Katrin Weber und viele andere wären gern geschehene Gäste im Kulturcafé. Schauen wir doch in nächster Zeit einmal in die Glaskugel und erleben nochmal was hier so los war…

Musikcafe

Es ist Freitag Abend und ich bin von der Woche breit
Bis zum Café ist es nicht mehr weit
Es ist gefüllt, kein Platz mehr leer
Gleich ist es um Neun und dann steppt hier der Bär

Rauf auf den Hocker und einen Cocktail rein
Oder auch am Tisch ein Glas vom leckeren Wein
Die Mugge geht los und ab geht die Reise
Jeder im esprit feiert dann auf seine Weise

Mitternacht ist vorüber, jetzt geht es richtig los
Vom Singen ganz heiser, kleine Stimme ganz groß
Mir gegenüber sitzt eine Frau, welche bestimmt gleich bricht
Neben ihr der Olli, der über allerlei Unsinn spricht

Paul hat sich gerade was über die Hose gegossen
Wenn Olli so weitermacht kriegt er von der Wirtin eine geschossen
Der Abend und die Mugge waren ganz toll
Ich glaube der Olli ist jetzt so richtig voll

Das Musikcafe habe ich wie immer so richtig genossen
Alle, außer Olli wollen gehen und die Tür wird verschlossen
Am kommenden Freitag ist es wieder soweit
Ab Neun ist im esprit endlich wieder Musikcafezeit.

© Jürgen Rüstau

Drabble mit exakt 100 Wörtern zu dem Bild



Sterne für die Liebste


Das Jahr begann richtig gut. Du kamst mit einer Blütenpracht von Frühlingsblumen zu mir nach Hause. Ich freute mich sehr darüber und rief: „Lass den Frühling in mein Herz!“. Den hattest du auch ganz fest in deinem Herz und du strahltest über das gesamte Gesicht. Dein wunderschönes Lachen bestimmte die ganze Umgebung. Selbst die kleinen Vögel waren von deinem Lachen angesteckt und zwitscherten fröhlich in der Winterluft. Das Lachen und Zwitschern erfüllte die gesamte Straße und zauberte schon den Frühling in unsere Welt. Ich tat das, was ich dir schon immer versprochen hatte: Ich holte dir die Sterne vom Himmel.

Jürgen

Tagessplitter am 18. Januar

Guten Morgen liebe Welt,

heute habe ich gut ausgeschlafen, mich mit einem Marmeladen Brötchen und einem großen Kaffee, gestärkt. Danach einige Telefonate, unter anderem mit meiner Schwester und am anderen Ende von Deutschland, mit meiner Nichte, geführt. Es ist doch richtig schön wenn man sich ohne große Gedanken zu machen, in den Tag hinein schlampert. So sitze ich zum Mittag noch im Schlafanzug am Tisch und verspeisen meinen Rot Arsch. Danke, war wirklich lecker. Der Tag soll so wie er heute begonnen wurde, auch gern im Schlafanzug über die Bühne gehen. Schön gemütlich, mit viel guter Musik. So kann man und bestimmt auch Frau, gut leben.

Im Schlafanzug
lebe ich in den Tag hinein.
Ich lasse mich
von Nichts und Niemanden
treiben.
So würde ich gern
mein tolles Leben beschreiben.
Von den Lebensadern
einfach treiben lassen
zu all diesen Genüssen
an einem Sonntag.
Irgendwann.

© Jürgen Rüstau

Meine heutige Mittagsverführung:

Bunter Kartoffelsalat mit Rotbarsch Filet und brauner Butter

 

Elfchen zum Sonntag:

„Sonntäglich

Im Schlafanzug

den Tag durchreißt

In aller Ruhe und

Gemütlichkeit“

 

Tagessplitter am 17. Februar



Breitenfeld i.V. Alte Schule

Guten Morgen Welt,
heute mit einer Erinnerung an meine Jugendzeit. Das magische Wort ist da für mich Breitenfeld im Vogtland. Hier verbrachte ich doch einige Sommer und auch Winter. Hier hatte ich meine erste Freundin, sie hieß Christiane. Sie kam aus Wildenfels bei Zwickau und war hier bei ihrer Tante zu Besuch. Ganz zufällig war auch ich immer zur gleichen Zeit in Breitenfeld. Wir waren jung, die Zeit war unbedarft und schön. Wir liefen drei Kilometer bergauf, bergab und hatten nach drei Kilometer das Kino in Markneukirchen erreicht. Vom Film haben wir nicht sehr viel gesehen. Abends unternahm ich dann öfters meine ersten kneipalen Stehversuche im legendären Gasthof Breitenfeld am Stammtisch. Unmengen an Wernesgrüner Pils wurden da getrunken. Dann war ich wieder in Leipzig und ließ die Großstadt auf mich ein prasseln, in aller Lautigkeit. Mein Freund Dietmar lebte bis vergangenes Jahr noch in Breitenfeld und ist leider verstorben. Schön war für uns die Zeit in Breitenfeld. Unbeschwert und glücklich. Viele Jahre bin ich noch mit meiner Frau und den Kindern immer am Sonntag vor Weihnachten nach Breitenfeld gefahren um den Weihnachtsbaum in dem dortigen Forstbetrieb zu holen. Ein besonderes Erlebnis war dann die Rückfahrt durch das weihnachtliche Vogtland und Erzgebirge nach Hause. Wunderschöne Erinnerungen.

Vorab möchte ich schon das Thema für das Dienstag Drabble am 20. Januar bekannt geben. Also schreibe bitte über das nachfolgende Bild ein Geschichte als Drabble mit exakt 100 Wörtern. Diese Geschichte kann in der Kommentarfunktion veröffentlicht werden. Dankeschön 👍 Viel Spaß mit dieser Geschichte!

Euch allen einen schönen Abend

 

Tagessplitter am 15. Januar

Heutiges Elfchen:
„Grau
in grau
sind die Tage.
Nach Sonne das Gemüt.
Frühlingshoffnung.“

Und noch ein Gedicht aus meiner Feder:

Herzenswunsch

Hallo beste Freundin Sonnenschein,
schau doch in mein Herz hinein.
Schicke mir deine warmen Strahlen.
Befreie mich von kalten Qualen.
Ich will nichts weiter von dir haben,
möchte mich an deiner Wärme laben.
Liebe Freundin Sonnenschein,
kann dieser Wunsch denn Sünde sein?
Habe keinen anderen Wunsch,
will nur diesen hellen Farbenpunsch.
Strahlend helle, purpurfarben,
nicht mehr länger in Kälte darben.
Ich weiß es genau, du bist so nett,
legst mir den Frühling in mein Bett.

© Jürgen Rüstau

Mittagspause

Italienische Maccharoni mit Kräuter-Spinat Sauce und Lachsfilet 

Henner Kotte hat viele Fans in Leipzig und Umgebung

 


Henner Kotte *1963 bis 2024 hier im café esprit
Erinnerungen
Taditionell gehört der zweite Abend bei “Leipzig liest in Taucha” den Krimis. Da durfte natürlich Henner Kotte nicht fehlen, der Stammgast bei der Kriminacht. Diesmal hatte Kotte gleich zwei Bücher im Gepäck : “Bonny & Clayde vom Sachsenplatz” und “Stiefel für den Tod”, aus denen er jeweils zwei unglaubliche Geschichten las. Zum Beispiel die Dresdener Weihnachtsgeschichte aus dem Jahre 1949 von den Museumsknochen, dem Skelett einer Doppelmörderin, die eine Mutter mit Kind auf furchtbare Weise tötete, die Leichen zerstückelte und das Fleisch für ein paar Pfennige an ihre Nachbarinnen verkaufte. Bis 1990 hing das Skelett im Dresdener Hygienemuseum. Seitdem ist es verschwunden, bis heute. Schon Kottes Oma hatte ihm von dem Fall erzählt, nun konnte er ihn anhand von Originalprotokollen recherchieren. “Die Dresdener haben den Fall nie vergessen” meinte Kotte, der in Dresden aufgewachsen ist, seit 1984 aber in Leipzig lebt.
Dagegen ist der zweite Autor des Abends waschechter Dresdener: Andreas M. Sturm. Auch er hat ein Faible für Kriminalromane, doch im Gegensatz zu Kotte sind seine Geschichten reine Phantasieprodukte. In einer spannenden Lesung las Sturm dann mehrere Passagen aus seinem Krimi “Albträume” (fhl-Verlag 2013). Da werden gleich zwei Damen auf Verbrecherjagd geschicht, stoßen aber bald an ihre physischen und psychischen Grenzen. Bewusst hat er sich für zwei Kommissarinen entschieden, denn mit den Frauen würde er nach eigenen Aussagen besser klar kommen. Bei seiner Lesung kam sogar die Maultrommel zum Einsatz.
Text und Fotos: Matthias Kudra

Henner Kotte war viele Male zu Lesungen und zum Literaturstammtisch zu Gast im café esprit Taucha. Auch überzeugte er in Taucha mit einem Kriminal Stadtrundgang. Leider verstarb er im Jahre 2024 nach einer langen schweren Krankheit.

Ich lese gerade von Henner Kotte:

Rohheit, Niedertracht, Verfehlung

Heinrich Wilhelm Kürschner soll den Tod durch das Fallbeil sterben. Er wird beschuldigt, am 3. November 1865 den allseits geachteten Kaufmann August Markert ausgeraubt und heimtückisch ermordet zu haben. Noch vor seinem Scharfrichter beteuert der junge Mann seine Unschuld …

Während der Leipziger Frühjahrsmesse 1976 wird ein Brand im Centrum-Warenhaus gelegt – Menschenleben in Gefahr! Geschah es aus Rache eines abgesetzten Mitarbeiters, einem Akt der Westspionage oder doch aus reiner Habgier?

Virtuos nimmt Henner Kotte die Spur der Täter und Ermittler auf und rekonstruiert aus Vernehmungsprotokollen, Tatortberichten, Presseartikeln sowie privaten schriftlichen Zeugnissen aufsehenerregende Verbrechen aus zwei Jahrhunderten – packend und authentisch!

Tagessplitter am 14. Januar

Guten Morgen Welt,

der in den letzten Tagen uns  zugedeckt hatte, der Schnee ist wieder verschwunden, genau wie die Träume, welche ich in den vergangenen Tagen hatte. Ich habe herausgefunden, die Phantasien, welche man als kreativer Schreiber unbedingt braucht, können manchmal sich auch ins Negative kehren. Dann werden es Alpträume. Dann werden die Träume, die sonst für mich so wichtig sind zu einer Last und treiben Schabernack mit meinem Gehirn. Ich sehe Weiße Mäuse wo gar keine sind und das Schlimmste, es fühlt sich realistisch an. Die eigene Kreativität täuscht dich. Anderseits benötige ich aber diese Träume um kreativ schreiben zu können. Aber Zurückhaltung sollte das Maß aller Dinge sein, um auch zukünftig schöne Gedichte und Geschichten zu schreiben…

„Die Bedeutung der Maus im Haus liegt darin, sich von Details zu lösen . Es kann sogar so wörtlich gemeint sein, wie den Zwang zur Sauberkeit und Ordnung aufzugeben. Nehmen sie sich stattdessen Zeit, ihr schönes Zuhause und Ihr Leben wertzuschätzen. Erstellen sie eine Liste mit Dingen, für die sie dankbar sind“.

Der Spiegel der Existenz

Durch dunkle Räume gehe ich.
Nur die Spiegel der Existenz sind erhellt.
In einem dieser Spiegel sehe ich mich.
Zwar im Zerrbild, doch deutlich genug,
um mich zu erkennen.
Plötzlich erscheint mir in einer Ecke ein Licht.
Fange an zu laufen, es wird zum Rennen.
Ich stehe vor dem Licht
und muss erkennen,
dass es nur eine Brechung im Spiegel ist.
War alles nur ein Trug?
Ich sah,
dass ein erhelltes Fenster aufschlug.
Nur ein Traum?
Laufe zum Fenster und sehe hinein.
Der Strahl aus dem Spiegel reflektiert mich in den Raum.
In diesem sitzt du gemeinsam mit mir.
Der Spiegel der Existenz
hat mich wieder zu dir geführt.
Er hat mich gelehrt an meinen Traum zu glauben,
längst vergessene Gefühle zu entstauben.
Meine Existenz ist deiner bedingt.
Was uns ein Leben in Liebe bringt.

© Jürgen Rüstau

Drabble der Woche

Bittersüßer Abend

Der Streit zwischen uns ist dieses Mal eskaliert. Ich wollte das nicht aber es ist passiert. Eine ungelenke Handbewegung und das Weinglas ist umgefallen. Ein Teil des guten Rotwein bildete eine Lache auf dem Tisch. Sie hatte die Farbe von Blut. Ich hielt erschrocken inne. Nein, so weit sollte es nicht kommen, aber es war ja noch ein Rest vom Rotwein im Glas. Das sollte uns friedlich stimmen und eine Versöhnung möglich machen. Ich nahm ihre kleine Hand in die meinige und sagte “ Es tut mir leid“ und wischte den Tisch ab und sagte “ Zum Wohl mein Schatz, auf uns!“

Jürgen

 

Manchmal ist alles unerträglich 

Das Glas umgekippt, der Wein verschüttet. Rot wie Blut, die Lache auf dem Tisch. Läuft einfach aus, der Wein, wie Gefühle aus meinem Herzen auslaufen. Unaufhaltsam auf dem Weg ins Nirgendwo. Breitet sich aus wie ein Meer, das alles wegspült, was einst Bestand hatte. Und was hat jetzt noch Bestand? Was bleibt, außer Flecken? Ja, Rotwein macht Flecke. Interessant geformt. Was lese ich daraus? Hat dieser Fleck den Umriss eines fernen Landes? Einer Insel vielleicht, auf der wir glücklich sein können? Ja, komm, reich mir deine Hand und lass uns aufbrechen. Lass uns gemeinsam reisen in ein schöneres fernes Land.

Mira